Wohlstand sichern, Standort stärken: Bundesminister Hattmannsdorfer bei „Adler im Gespräch“
Am 23. Juni 2026 begrüßte die Tiroler Adler Runde Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer zu einem offenen Austausch über Wirtschaft, Standort und Wohlstandssicherung. Hohe Kosten, Bürokratie, Energiepreise und der Wunsch nach mehr Tempo in politischen Entscheidungen prägten die Diskussion. Hattmannsdorfer betonte, dass Österreich für nachhaltigen Wohlstand wieder ein Wachstum von über zwei Prozent brauche, und verwies auf Maßnahmen wie Industriestromförderung, Bürokratieabbau und niedrigere Lohnnebenkosten. Die Tiroler Adler Runde forderte mehr Verlässlichkeit, klare Signale und eine langfristige Standortstrategie.
Am 23. Juni 2026 begrüßte die Tiroler Adler Runde Österreichs Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Wolfgang Hattmannsdorfer, zu einem intensiven Austausch über Wirtschaft, Standort und Wohlstandssicherung. Neben dem Vorstand nahmen rund 33 Mitglieder an der Veranstaltung teil und nutzten die Gelegenheit, aktuelle standort- und wirtschaftspolitische Fragen direkt mit dem Bundesminister zu diskutieren.
Der Abend stand ganz im Zeichen der angespannten wirtschaftlichen Entwicklung. Hohe Kosten, zunehmende Bürokratie, geopolitische Unsicherheiten, fehlende Planbarkeit und vor allem der Wunsch nach mehr Tempo in politischen Entscheidungen prägten die Wortmeldungen der Mitglieder. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Österreich langfristig Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand sichern kann.
Bundesminister Hattmannsdorfer zeichnete eingangs ein realistisches Bild der aktuellen Lage und betonte, dass das prognostizierte Wachstum von rund 0,9 % im Jahr 2026 nicht ausreiche, um Standort, Wohlstand und finanzielle Spielräume nachhaltig zu sichern. Österreich brauche – im internationalen Vergleich mit Europa (1-2 %), China (4 %) und Indien (6-7 %) – wieder ein gesundes Wachstum von über zwei Prozent. Dafür sei nicht nur wirtschaftspolitische Reformbereitschaft, sondern auch eine gesellschaftliche Diskussion über Leistungsbereitschaft, Innovation und Exzellenz nötig. Insbesondere für einen kleinen Wirtschaftsstandort wie Österreich sei es entscheidend, international wettbewerbsfähig zu bleiben und zugleich die Rahmenbedingungen für Unternehmen spürbar zu verbessern.
Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der österreichischen Industriestrategie als eine der wesentlichen Maßnahmen zur Stärkung des Standortes. Von 117 Maßnahmen befänden sich bereits 42 in Umsetzung. Zudem wurden neun Schlüsseltechnologien – etwa Biotechnologie, Robotik und Quantencomputing – mit konkreten Kennzahlen hinterlegt. Auch die Neuausrichtung der Förderinstitutionen AWS und FFG wurde thematisiert, um Innovation und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gezielter zu stärken.
Breiten Raum nahm auch die Wettbewerbssituation Österreichs ein. Überdurchschnittliche Lohnsteigerungen (rund 19 % in zwei Jahren; EU-Schnitt: 11 %), die Indexierung vieler Kosten über den Verbraucherpreisindex und hohe Energiepreise belasteten den Standort spürbar. Beispielhaft wurde darauf hingewiesen, dass Strom in Österreich zeitweise um 20 Euro pro MWh teurer gewesen sei als in Deutschland. Als Gegenmaßnahmen nannte der Bundesminister unter anderem die neue Industriestromförderung, eine höhere Gasförderquote (von rund 7 auf 14 %), neue Aktivpension-Regelungen sowie die geplante Senkung der Lohnnebenkosten um rund zwei Milliarden Euro ab 2027.
Mehrfach wurde betont, dass Wirtschaftskompetenz, Verlässlichkeit und klare Signale aus der Politik wieder stärker sichtbar werden müssen. Im Mittelpunkt stand auch die Frage nach Profil und Prioritäten wirtschaftspolitischer Verantwortung der ÖVP. Dabei zeigte sich, dass Bundesminister Hattmannsdorfer die Herausforderungen kennt und Verständnis für die Anliegen der Wirtschaft mitbringt – zugleich wurde kritisch angemerkt, dass gute Ansätze noch zu oft in den Strukturen der Bundespolitik versanden.
„Das Treffen hat deutlich gezeigt, wie groß der Wunsch nach Planbarkeit, Verlässlichkeit und einer klaren Standortstrategie ist. Unsere Mitglieder erleben täglich, wie stark hohe Kosten, Bürokratie und unsichere Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Umso wichtiger ist der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Wir bedanken uns bei Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer für den offenen Austausch und die Bereitschaft, die Anliegen aus Tirol aufzunehmen“, so Pressesprecher Klaus Mark.
Die Reihe „Adler im Gespräch“ wird fortgesetzt – als Plattform für sachlichen, lösungsorientierten Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.