9. Tiroler Adler Forum

Braucht Österreich die Kettensäge?

23.09.2025

Beim Tiroler Adler Forum am 23. September 2025 in der Ton Halle des BTV Stadtforums diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über die Zukunft der Verwaltung in Österreich. Unter dem Motto „Bürokratie am Pranger: Braucht Österreich die Kettensäge?“ wurden Risiken eines „Weiter so“ und Chancen eines Kurswechsels für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation erörtert. Die diesjährigen Referent:inenn waren: Philipp Bagus (Ökonom), Sepp Schellhorn (Staatssekretär für Deregulierung), Natascha Strobl (Politikwissenschaftlerin) und Beate Rubatscher-Larcher (GF Kaunertaler und Pitztaler Gletscherbahnen). 

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„Der Karren brennt, doch die Feuerwehr steht noch in der Garage – die Zeit des Wartens ist vorbei, wir müssen handeln“, leitete Christian Handl, Präsident der Tiroler Adler Runde, das Forum ein. Handl warnte vor einer Entwicklung in die falsche Richtung, in der Bürokratie zur Belastung werde, Talente abwanderten und die Staatsverschuldung steige. „Wir brauchen mutige Deregulierung und Entbürokratisierung – vielleicht sogar die Kettensäge –, damit Tirol und auch Österreich wieder in Bewegung kommen und wir unseren Wohlstand sichern können.“

Blick nach Argentinien

Einen internationalen Vergleich zog der Ökonom Philipp Bagus in seiner Keynote. Am Beispiel des Reformkurses von Argentiniens Präsident Javier Milei zeigte Bagus, wie mit radikalem Bürokratieabbau und weniger staatlichen Eingriffen eine Wirtschaftskrise überwunden werden kann. „Das Beispiel von Präsident Javier Milei zeigt, dass ein radikaler Mentalitätswechsel und der Abbau staatlicher Ausgaben möglich sind: In Argentinien wurde die monatliche Inflationsrate von 300% auf unter 2% gedrückt und die Staatsausgaben um 25% gekürzt. Wir können daraus lernen, dass weniger Staat und mehr Freiheit auch bei uns zu mehr Wohlstand führen können“, so Bagus.

Reformdruck in Österreich spürbar

Im anschließenden Panel diskutierten Bagus, Staatssekretär für Deregulierung Sepp Schellhorn, Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl und Beate Rubatscher-Larcher, Geschäftsführerin der Kaunertaler und Pitztaler Gletscherbahnen, die Risiken eines „Weiter so“ und die Chancen eines Kurswechsels für Österreich. Schellhorn betonte: „Wir könnten viel mehr schaffen, wenn wir gemeinsam an Deregulierung arbeiten und das föderalistische Denken überwinden. Ein Wettbewerb unter den Bundesländern würde uns guttun.“  Strobl unterstrich die Bedeutung eines Rechtsstaats, der nur mit breiter Beteiligung entstehen könne. Rubatscher-Larcher plädierte aus Unternehmenssicht für sinnvolle Regulierungen: „Es braucht Regulierungen – aber nicht alles, was Unternehmen machen, sollte ständig hinterfragt werden.“

Appell für mehr Mut zur Veränderung

Mit der Vorstellung eines Forderungskatalogs im Frühjahr und Gesprächen mit politischen Entscheidungsträger:innen des Landes hat das 9. Tiroler Adler Forum das Thema Bürokratieabbau einmal mehr in den Mittelpunkt gerückt. Ziel der Tiroler Adler Runde ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in Tirol und Österreich weiter zu stärken. Das Forum markierte damit einen Höhepunkt in den Aktivitäten der „Adler“ und verband seine Reformforderungen mit einem deutlichen Appell an die Politik, jetzt mutig und entschlossen Veränderungen anzugehen.

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